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Historie

Der Domplatz ist ein kulturgeschichtlich bedeutsamer Ort der Stadt Hamburg. Die neuesten archäologischen Ausgrabungen haben unlängst eröffnet, dass die karolingische Hammaburg, die als Namensgeberin der Freien und Hansestadt Hamburg gilt, zwar nicht — wie vermutet - am Domplatz angesiedelt war. Statt dessen fanden die Archäologen jedoch Spuren eines Befestigungswalls aus dem 9. oder 10. Jahrhundert, der als Domburg zum Schutz des erzbischöflichen Mariendoms gedeutet wird. In der Folgezeit sind auf dem Domplatz immer wieder neue Kirchengebäude errichtet worden, zunächst drei hölzerne, von denen das letzte ein mehrschiffiger Holzständerbau gewesen ist. 1035 erbaute Erzbischof Bezelin hier dann den ersten steinernen Dom, der in Ausgrabungen nachgewiesen werden konnte. Auch die Relikte von Glockengussanlagen sind gefunden worden, in denen das erste Kirchengeläut nördlich der Elbe entstanden ist.

Der Dombau Bezelins ist seit dem 13. Jahrhundert zu einem der größten Dombauten der mittelalterlichen Hansezeit erweitert worden. Der Rat der Stadt hat sich im zweiten Nordschiff eine eigene Ratskapelle ausbauen lassen. Am Ende des Mittelalters präsentierte sich der Dom als eine gewaltige fünfschiffige Halle mit nur einem Turm. An ihn schlossen sich mehrere Gebäudekomplexe der Kleriker an, in denen sich das Leben vollzog, das den Gebäudekomplex zum geistlichen und geistigen Zentrum der mittelalterlichen Stadt gemacht hat.

Nach der Reformation ist der Dom über Jahrhunderte vernachlässigt worden, weil das Domkapitel sich erfolgreich einen Gerichtsvergleich erstritten hatte, nach dem der weltliche Grundbesitz beim Domkapitel verblieb. Dieser weltliche Besitz gelangte im 17. Jahrhundert an Schweden, im 18. Jahrhundert an das Land Hannover, das in Personalunion vom englischen König regiert wurde. Dies war einer der Gründe, warum der Rat, nachdem der Dom nach dem Reichsdeputationshauptschluss an die Stadt gefallen war, den Abriss und die Neubebauung des Geländes betrieben hat. 1805 bis 1807 ist der Dom abgerissen worden.

Schon während des Abrisses waren die bedeutendsten Baumeister der Stadt, Christian Frederik Hansen und Johann August Arens, mit der Neubeplanung des Geländes beauftragt worden. Es dauerte jedoch mehrere Jahrzehnte, bis sich eine Idee für die Neubebauung des Domgeländes durchsetzte; die Architekten Carl Ludwig Wimmel und Franz Gustav Forsmann errichteten 1839 — 1842 auf dem Gelände mehrere Schulen des Johanneums, die Bibliothek des Johanneums und die Museumsräume des Johanneums. Dem mittelalterlichen Kirchengebäude wurde ein Wissenschafts- und Bildungszentrum der Aufklärung entgegengesetzt.

Nach dem Umzug des Johanneums um 1914 in den Stadtteil Winterhude wurde das Gebäude als Staatsbibliothek genutzt. Noch heute ist in der Bevölkerung die Funktion des Geländes als der eines wissenschaftlichen Zentrums der Staatsbibliothek geläufig. Die Staatsbibliothek wurde jedoch im Jahre 1943 so schwer zerstört, dass ihre Reste abgetragen werden mussten. Seit dieser Zeit hat der Domplatz, auf dem sich die Geschichte der frühen Befestigungen, die Geschichte der Missionszentrale, die Geschichte des mittelalterlichen Domes und des Wissenschaftszentrums der Aufklärung abgespielt haben, keine Funktion mehr — außer der des Parkplatzes.

Weitere Informationen erhalten Sie in dem Vortrag von Prof. Dr. Hipp in der Infothek.

Quellen:

Auslobungsunterlagen (Hamburg, 09.05.2005)
Projektentwicklungsgesellschaft Domplatz mbH
Realisierungswettbewerb Domplatz Hamburg
© Drees & Sommer GmbH
6676_Auslobung_Domplatz_Hamburg_online_11_05_05.doc

Helms-Museum, http://www.helmsmuseum.de/domplatz.htm




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Hamburg vor 1700 (Quelle: LGV)