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Prominente Planer: Michael Batz
Zur Person:
Autor, Theatermacher, Lichtkünstler

Studium Germanistik, Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte in Marburg/Lahn.

Seit 1974 zahlreiche Theaterproduktionen, künstlerische Leitung von Festivals.

1990 - 1994 Dramaturgie KAMPNAGEL Internationale Kulturfabrik Hamburg. Programmkonzepte. Kunstausstellungen. Performance-/Kunstaktionen.

Seit 1994 Theater in der Speicherstadt und HafenKulturTage (künstlerische Leitung).

Vorstandsmitglied der ‚Stiftung Lebendige Stadt’.
Mitglied des Beirates der Hamburger Geschichtswerkstätten.

2003 Alexander Zinn Preis der Stadt Hamburg.
2005 International City-People-Light Award (LUCI Association und Philips Lighting ).


Zitat:
Hamburg kennt Marktplätze, Kirchplätze (ehem. Friedhöfe), Parkplätze und Plätze für Schausteller. Wer Freiräume mit urbanem Gestus sucht, ist gehalten, in einen Park außerhalb der Innenstadt oder zu den Szenetreffs zwischen St. Georg und Ottensen auszuweichen.

Welch eine ironische Wendung der Geschichte, dass ausgerechnet am Domplatz, im einstigen innerstädtischen Ausland der Domherren, sich die Chance auftut, der Stadt ihren originären Stadt-Platz zukommen zu lassen.

Innerhalb der Platzfolge von Gänsemarkt, Jungfernstieg, Rathausmarkt und Gerhart-Hauptmann-Platz – allesamt Plätze mit verhaltener Aufenthaltsqualität – bietet der Domplatz die Möglichkeit, ein Platz mit ‚Tiefe’ ohne dominante merkantile Rechtfertigung, überhöhte skulpturale Statements, inszenatorische Wucht und allzu deutlichen transitorischen Impuls zu sein. Als Ursprungsort und Garten der Erinnerung denke ich mir den Platz gewissermaßen ‚unendlich’.

Im Theater ist der leere Raum die Bühne unendlicher Inspiration und die Fassung jeglicher Imagination. Auf einem offenen Platz lässt sich alles denken und erzählen, ohne dass man es dann auch wirklich und uferlos tut. Doch die Wasser der Erinnerung – gern auch in ausführlicher Brunnenform – fließen ebenso wie die der Vorstellungskraft. Eine Einladung nicht nur zum Betrachten, sondern auch zum Spielerischen, zum Spielen, ist abhängig vor allem von dem Mut, Platz zu lassen und Platz zu gewähren. Ein Multiplex-Parkplatz aller Möglichkeiten und Nutzbarkeiten hieße abermals, an und mit der Vernünftigkeit banal zu scheitern. Die Nische, das kleine Format, das Intime und quasi Absichtslose, das Atmosphärische und vielleicht auch Versponnene haben einen großen Anteil an erfahrbarer Qualität. Das Thema ‚Verkehrsführung’ spreche ich lieber nicht an...

Für die inhaltlichen Pole ‚Erinnerung’ (Dokumentation der Stadtgeschichte) und ‚Entwurf’ (Stadt im 21. Jahrhundert) sollten sich solche Übersetzungen finden, die die Stadt Hamburg in den Kontext internationaler Entwicklungsdynamiken stellt. Als Stadt-Spiel-Ort von Vergangenheit und Gegenwart, als Ort der Zeit und ihrer Schichtungen, lassen sich hier Stadt-Geschichten und Stadt-Schicksale erzählen bzw. darstellen, die nicht nur Architekturen meinen, sondern Menschen und ihr Leben.

Konsequenterweise hat das Nachtbild eine entsprechende Kultiviertheit, Klarheit und Ruhe aufzuweisen. Ein zurückhaltender, dezenter und differenzierter Lichtraum ohne Schnickschnack, Effekte und dekorative Dringlichkeit sollte neben hoher, unbefangener Aufenthaltsqualität vor allem eines unterstützen: Den „spirit†des Ortes, den man früher â€Genius†nannte.




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